| Bundesjugendvergleichsfliegen in Breitscheid |
![]() "Brandenburg hat Breitscheid zerruppt" ;-)
Los ging alles am Donnerstag, den 24.09.2009. Nachdem die getrübte Laune von drei kurzfristigen Absagen von Helfern und der Entscheidung des Vorstandes(*), unseren Astir nicht mitnehmen zu dürfen, von der Entschlossenheit allen zu zeigen, was Brandenburg zu bieten hat, übertrumpft wurde, fuhren wir los. Wir, Max und Frank-Dieter Lemke, Julius Gäde, Siegfried Bremer und ich, kamen nach langer Fahrt mitten in der Nacht, trotz kurzeitigem Ausfall des Navi´s, bei der Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger an... Unter dem Licht der Autoscheinwerfer bauten wir noch schnell unser Zelt auf, um dann – so dachten wir jedenfalls – uns noch ein bisschen unters Volk mischen zu können. Daraus wurde dann leider doch nichts mehr, weil einfach keiner mehr da war. Und nachdem wir auf eigene Faust in der Nacht noch etwas den Platz erkundet hatten hieß es auch für uns: "schlafen gehen".
Am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass wir die Temperatur in Verbindung mit der Höhe des Platzes unterschätzt hatten – die Nacht war sehr kalt. Nach dem Wachwerden ging es dann gradewegs zur Anmeldung, um noch etwas von dem leckeren Frühstück abzubekommen. Nach der Stärkung hatte ich dann genügend Zeit, den Einweisungsflug auf einem Twin III zu machen, und ich muss sagen ich war begeistert von dem Twin, da er doch ein gutmütiges Flugverhalten und etwas mehr Leistung als eine ASK-21 hat. Etwas später ließ ich mir den gecharterten Astir cs zeigen, um damit auch noch einmal ein, zwei Starts zu machen. Das Wetter war nicht gerade das Beste, aber zu meiner Verwunderung blieben alle, die noch ein paar Übungsstarts machten, oben und auch mein Vario schlug nach dem Start positiv aus. Im Bart habe ich dann noch eine Ka-7 und einen Pirat getroffen, mit denen ich dann bis an die Wolken ran und 970m über dem Platz gekreist bin. Nach ausgiebigem Höhe-Tanken flogen dann einer nach dem anderen die Übungen durch, so dass wir uns gegenseitig bewerten konnten. Zeit für ein bisschen Spaß in der Luft für schöne Erinnerungen blieb natürlich auch noch. ![]() Nach der Landung wurde ich gleich von allen Helfern gefragt wie sich denn dieser Astir CS fliege. Ich muss sagen, er fliegt sich nicht besser als unser Jeans, aber auch nicht viel schlechter. Mittlerweile war auch das zweite Drittel der Brandenburger eingetroffen, Stephan Genilke und sein Team aus Finsterwalde. Auch er absolvierte noch Einweisungsstarts, nachdem eine andere Winde von einem Nachbarverein eingetroffen war. Die Breitscheider Winde quittierte wegen eines Motorschadens leider den Dienst. Am frühen Nachmittag erschloss sich mir die Möglichkeit, noch einen zweiten Trainingsstart zu absolvieren, und anschließend gleich den Astir mit einer langen Landung nach Hause zu fliegen. Auch für fast alle meine Helfer sprang an diesem Tag noch ein Flug raus.
Als der Astir dann vor der Halle abgestellt war, blieb noch etwas Zeit um die Gegend zu erkunden und um einkaufen zu gehen. Eingekauft wurde alles was man so braucht für ein Vergleichsfliegen, unter anderem einen Heizlüfter fürs Zelt und neue trockene Schuhe für Max. Wieder in Breitscheid angekommen mussten wir feststellen, dass die zwei uns verfügbaren Kabeltrommeln nicht ausreichten um Strom zu unserem Zelt zu legen. Zum Abend hin, pünktlich zum Eröffungsbriefing, traf auch noch der letzte Teil der Brandenburger mit den Stöllnern um Johannes Lindner ein. Sie kamen gerade noch rechtzeitig, um auch das wunderbare Abendbrot genießen zu können. Es gab, wie auch am Samstag, eine große Auswahl von Kartoffeln mit Fleisch über Nudelauflauf bis hin zu Reis mit Currysauce. ![]() "Startbereitschaft um 08.00 Uhr", hieß es dann beim Briefing. Als alle dann langsam schlafen gingen, waren nach einiger Zeit nur noch die Strausberger mit den Berlinern aus Lüsse zusammen wach. Bei allem was man so zu quatschen hatte, vergaßen wir alle ganz schnell die Zeit. Wir bemerkten erst wie spät es war, als wir von den Organisatoren aus der Halle verwiesen wurden, da sie diese schon für das Frühstück vorbereiten wollten.
Nach einer wieder kalten Nacht trafen wir uns alle beim Frühstück. Neben Brötchen mit Aufstrich oder Belag gab es Rührei und dazu Kaffee, Tee oder Kakao. Während alle anderen beim Aufrüsten waren, begaben wir und zur Flugzeughalle, vor der schon unser Astir von den Breitscheidern bereit gestellt wurde. Wir mussten ihn nur noch zum Start schieben. Pünktlich um neun fand nach dem „großen“ Briefing beim Frühstück das Feldbriefing mit Bekanntgabe der ersten Aufgabe statt: Bewertet wurden der Start, Kreiswechselflüge, der Slip und die Landung. Gelandet wurde auf Gras, in Verlängerung der Breitscheider Asphaltbahn. Nicht alle absolvierten diese Übungen, besser gesagt den Slip, mit Bravur. Ein Pilot hatte es wohl auf die Jury abgesehen: Nur mit einem Satz zur Seite konnten sich die Jurymitglieder vor der Tragfläche, die tief über den Tischen der Jury vorbeizog, retten. Eine weitere Besonderheit für mich, die ich bei einem Vergleichsfliegen so noch nicht erlebt habe, war die Tatsache, dass zwei Teilnehmer ausschließlich im F-Schlepp gestartet sind. Als Startnummer vier war ich einer der Ersten, die an diesem Morgen starteten. Mit der Ausnahme, dass ich langsam aus dem Slip rausgefallen bin, verlief der Flug recht gut. Auch alle meine Helfer waren schnell vor Ort, um den Flieger aus der Bahn zu schieben. Dann hieß es warten, bis alle 43 Teilnehmer durch waren. Im zweiten Flug sollten wir dann die hochgezogene Fahrtkurve vorführen und brauchten keinen Slip im Landeanflug mehr zeigen. Auch dieser Flug lief wunderbar. Durch das Verschieben der Startreihenfolge war ich bei diesem Flug im Mittelfeld, und beim dritten Flug am Ende gestartet. Bei den damit verbundenen Wartezeiten blieb genügend Zeit, den fliegerischen Besuch einer ASH-25 zu beobachten. Im dritten Flug kam dann wieder der Slip dazu und wir mussten die Rollübungen im Flug zeigen. Wie erhofft lief auch dieser Flug super, bloß die Landung war "naja": Auf einmal saß der Astir im Nullerfeld… Desweiteren war bei meinen letzten Flug wieder der Strauß dabei, der auch schon letztes und vorletztes Jahr beim Vergleichsfliegen mitgeflogen ist. Auffallend war, dass dieser einen hohen Wiedererkennungswert hat, denn am Abend kam der breitscheider Cheffluglehrer zu mir und meinte, dass er den Strauß schon auf Bildern vom letzten Jahr gesehen hätte und es amüsant fände, dass dieser jetzt auf seinem Flugzeug saß. ![]() ![]() Schnell waren auch die letzten drei Starter durch. Da wir den Astir früh geholt hatten, waren nun die Stöllner an der Reihe und wir konnten uns gemütlich auf dem Weg zum Zelt und zur Halle machen. Dort erwartete uns ein wieder leckeres Abendbrot, ein kleines Debriefing, bevor die Party losging. Auf dieser wurde wie jedes Jahr ausgiebig gefeiert. Dabei haben wir auch viele neue Leute kennengelernt, aber auch alte Bekannte wiedergetroffen. So auch die Berliner, mit denen man sehr gut feiern kann.
Nach einer langen Nacht und kurzem Schlaf fand am Sonntag die Siegerehrung statt, bei der wir feststellen musste, dass auf einmal unsere Brandenburg-Fahne weg war. Glücklicherweise hatten die Finsterwalder noch eine dabei. Ziel bei der Siegerehrung war es, einfach nur besser als letztes Jahr zu sein. Und die Platzierungen schossen nur so vorbei und als ich beim 11.Platz nicht meinen Namen gehört hatte war klar, Top 10! Genauso ging es Johannes. Nur Stephan hat seinen Namen schon bei Platz 28 gehört. Schlussendlich landete Johannes auf dem 7. und ich auf dem 3. Platz. Da war die Freude groß – das erste Mal auf dem Treppchen beim Bundesjugendvergleichsfliegen. Mit diesem Erfolgserlebnis war das diesjährige BJVF aber auch schon wieder vorbei, und wir machten uns auf den 6-stündigen Heimweg. ![]() Hiermit möchte ich nochmal allen meinen Helfern, die dabei waren, danken und hoffe, alle hatten viel Spaß.
Text: 01.10.2009 Paul Rathmann Bilder: M. + F-D. Lemke (*) Anmerkung Webadmin: Da vorher schon klar war, dass ein gleichwertiger Astir wie unserer in Breitscheid freundlicherweise zur Verfügung gestellt werden würde, fand eine Kosten- und Risikoabwägung der langen Reise gegenüber dem Nutzen statt und es wurde eine Empfehlung des Vorstandes ausgesprochen, unseren Astir nicht mitzunehmen.
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