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Fliegen lernen
Zum Thema Ausbildung schaut Euch am besten dieses Video an. Es wurde 2007 ganz ohne Textvorlage erstellt und war zunächst nur ein Versuch. Aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen:
 
 
Ich will segelfliegen - Aber was gehört eigentlich dazu?
Zur Ausübung dieser nicht ganz alltäglichen Sportart gehört neben der Praxis auch die Theorie des Segelfluges: Voraussetzung zum Erwerb der Fluglizenz sind u.a. 60 Theoriestunden, die im gesamten Zeitraum der ein, eher 2, manchmal auch 3 Jahre+ (it's up to you) dauernden Ausbildung zu bewältigen sind. Die theoretische Ausbildung ist kostenlos und wird im Winterhalbjahr von unseren Fluglehrern erteilt.

Diese gliedert sich in die folgenden sechs Fachgebiete: Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Technik, Verhalten in besonderen Fällen sowie Physiologisches und psychologisches Leistungsvermögen.
Entschließt man sich im Winter, mit der Ausbildung zu beginnen, braucht man also nicht bis zum Frühjahr zu warten, sondern sollte dann direkt mit der Theorie bei uns einsteigen. Genauso gut kann man jedoch auch im Sommerhalbjahr mit der praktischen Ausbildung beginnen.

Die Ausbildung umfasst die drei Abschnitte A, B und C. Zu jedem Abschnitt muss eine kleine vereinsinterne Theorieprüfung abgelegt werden. Diese sind der fliegerischen Ausbildung angepasst und sollen Dich auf die große Theorieprüfung am Ende der Ausbildung vorbereiten.

Beginnt dann im Frühling die Flugsaison, so wird man es kaum erwarten können, endlich im Flugzeug zu sitzen und die theoretisch erworbenen Kenntnisse in die Tat umzusetzen.

Der erste Abschnitt der fliegerischen Ausbildung umfasst ca. 40 bis 90 Starts. Es wird im Doppelsitzer geschult. Dabei sitzt der Schüler vom ersten Start an vorne, der Lehrer hinten und vermittelt einem dabei die Grundlagen des Fliegens. U.a. sind dies der Start, die Wirkungsweise der Ruder, Grenzsituationen, die Platzrunde mit einer sicheren Landeeinteilung und die Landung selbst. Wichtig ist auch, dass man so oft wie möglich auf dem Flugplatz ist, um so auch möglichst viele unterschiedliche Flugbedingungen (Wetter, Lichtverhälnisse…) kennenzulernen und den Lernfortschritt nicht zu verzögern. Dieser Abschnitt schließt mit dem ersten Alleinflug ab (praktische A-Prüfung).

Im zweiten und dritten Ausbildungsabschnitt wird sowohl auf Doppel- als auch (überwiegend) auf Einsitzern geschult. Ziel ist es nun, das Segelflugzeug in allen Situationen sicher zu beherrschen, um den eigentlichen Segelflug durchführen zu können: Nämlich Thermik- und Streckenflüge.
 
Während des letzten Abschnitts wird die Umgebung des Flugplatzes erkundet, das Thermikkreisen geübt und es werden Streckenflugeinweisungen mit dem Lehrer (im Doppelsitzer) unternommen. Die Krönung stellt für jeden Flugschüler der 50-km-Flug dar, denn jetzt ist er ganz auf sich allein gestellt und muss sein erlerntes Wissen in der Praxis beweißen.

Innerhalb des letzten Abschnitts erfolgt die Prüfung in allen Theoriefächern, die bei einer Behörde absolviert wird. Ist anschließend dann der 50-km-Flug geschafft, wird die Ausbildung durch die praktische Prüfung abgeschlossen. Diese besteht aus drei Flügen mit einem amtl. Prüfer nach einem festgelegten Programm. Hat man das alles geschafft, so bekommt man endlich die verdiente PPL-C (Private Pilot Licence; das "C" steht für die Kategorie Segelflug) ausgehändigt.

In der Regel finden bei uns in den beiden großen Schulferien zu Ostern und im Sommer so genannte Fliegerlager statt. Da fliegen wir dann auch die Woche über tagtäglich und man kommt durch die intensive Schulung ein großes Stück voran.

Damit das Segelfliegen bezahlbar bleibt, muss jeder im Winter 30 Pflichbaustunden ableisten. Zu den Baustunden zählen die Wartung und Instandsetzung der Flugzeuge, der Schleppwinde, der Seilrückholfahrzeuge, das Vereinsgelände und das Vereinsgebäude. Dabei kann man auch hier wieder eine Menge lernen.

Es sollte allen Interessenten von vornherein klar sein, dass dieses Hobby viel Zeit in Anspruch nimmt. Ist man sich jedoch schon am Anfang unsicher, so sollte man die ganze Sache in Ruhe durchdenken, vielleicht nochmals mit uns besprechen oder auch noch einmal ein paar "Schnupper"-Flüge bei uns machen.
Bekommt man aber erst mal die Flugplatzluft nicht mehr aus der Nase, ist man in der Königsdisziplin des Fliegens gefangen und wird viele schöne Stunden in der Luft erleben.